Nachhaltige Unternehmensführung

Arbeitskreis in der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.

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Nachhaltige Unternehmensführung ist wie ein Mosaik…

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Dr. Thomas Schulz
Geschäftsführer der Akademie für Management und Nachhaltigkeit GmbH

Mit dem Begriff der Nachhaltigen Unternehmensführung verhält es sich wie mit einem Mosaik: das gesamte Bild und damit seine Komplexität und Wirkung erkennt man erst, wenn man einen Schritt zurücktritt.

Viele Unternehmen führen bereits unterschiedlichste Nachhaltigkeitsmaßnahmen und -initiativen durch. In Auswahl und Kombination der Einzelaktivitäten bleiben sie nach meiner Einschätzung häufig aber beliebig oder halbherzig oder verbinden die Aktivitäten nicht mit ihrem Kerngeschäft; letztlich handeln sie ohne Systematik und Konsequenz.

Die Unternehmen aber, die mit Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet werden oder die auf den Finanzmärkten in Nachhaltigkeitsindices vertreten sind oder auf den Einkaufslisten spezialisierter Sustainability-Fonds stehen, zeichnen sich idR dadurch aus, dass sie das Ziel der Nachhaltigkeit gesamthaft, systematisch und dauerhaft verfolgen. Das gelingt Ihnen dadurch, dass sie die vielfältigen Anforderungen an eine Nachhaltige Unternehmensführung, zumindest in Teilen, als integrale Bestandteile ihrer Unternehmensstrategie verstehen und den Konzern danach steuern.

Wie bei jedem professionellen Prozess einer Strategierealisierung lässt sich größtmöglicher Erfolg der (Neu-) Ausrichtung u.a. dadurch sichern, dass -idealerweise- alle Unternehmensbereiche und möglichst viele Mitarbeiter eingebunden werden.

Während dieses Veränderungsprozesses mit der umfassenden Integration einer Fülle von Nachhaltigkeitsaspekten wird vielen Beteiligten häufig erst bewusst, wie komplex das Management-Konzept der Nachhaltigen Unternehmensführung tatsächlich ist, wie verschränkt seine einzelnen Elemente sind, aber auch, welche stabilisierende Wirkung es entfalten kann, z.B. durch die Bildung oder Schärfung eines attraktiven Unternehmensprofils, durch die Entwicklung eines erkennbaren USPs, durch die Unterstützung der Markenbildung, die Steigerung der Innovationskraft oder die Schaffung von Kostensenkungspotentialen.

Bei aller notwendigen Konzentration auf Strategie, auf wettbewerbliche Positionierung etc. dürfen wir allerdings eines nicht vergessen: durch Nachhaltiges Management sind Unternehmen erstmals in der Lage, mit Erfüllung ihres primären Unternehmensziels, nämlich der langfristigen Unternehmenssicherung, bewusst einen zusätzlichen globalen Nutzen zu stiften, indem sie einen substantiellen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft und unserer Erde leisten.

Unternehmen leisten damit etwas Gutes!

Diese Formulierung passt zwar nicht in die Shareholder-geprägten Begriffswelt von Finanz-KPIs, aber es gibt erste Indizien, dass auch ökologische und gesellschaftliche Ziele in die Steuerungssysteme und Anreizmodelle von Unternehmen Einzug halten (s. RWE).

Unternehmen leisten etwas Gutes!

Erst mit dieser sinnstiftenden Erkenntnis wird das Mosaik, also das Gesamtbild des Management-Konzepts der Nachhaltigen Unternehmensführung wirklich vollständig.

Und erst wenn diese Botschaft bei allen Mitarbeitern eines Unternehmens angekommen ist, und erst wenn sie konkret in die Realisierung eingebunden werden, erst dann vermag Nachhaltige Unternehmensführung ihr wahres Potential zu entfalten: Sie vermittelt den Mitarbeitern das überaus motivierende Gefühl der Freude und des Stolzes, für ein Unternehmen zu arbeiten, das erfolgreich ist und dabei einen merklichen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft und unserer Erde leistet!

 
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